Demokratie macht keine Pause

Unterfranken/Kitzingen (dn) Corona-bedingt versammelten sich die Spitze der unterfränkischen Jungen Union erstmals online. „Die Sitzungsdisziplin in der Videokonferenz war auch mit 20 Teilnehmern höher als bei herkömmlichen Sitzungen; vielleicht weil man jeden direkt im Blick hat“, scherzt JU-Bezirksvorsitzender Daniel Nagl aus Kitzingen.

Über dreißig JU’ler schafften unterfrankenweit den Sprung in kommunale Räte, 16 in Kreisräte, sieben eroberten Rathäuser, mit Stephan Noll startet in Alzenau der langjährige JU-Kreisvorsitzende nach dem Sieg von Ex-JU-Bezirkschef Alexander Legler bei der Landratswahl in den Bürgermeisterwahlkampf  – „und einige zweite und dritte Bürgermeister kommen in den nächsten Tagen vermutlich auch noch dazu“, so die stv. JU-Landesvorsitzende Stefanie Hümpfner aus den Hassbergen. Entsprechend zufrieden blickten die JU’ler auf die zurückliegenden Kommunalwahlen und glaubt, dass die CSU in den größeren Städten „vom grandiosen Krisenmanagement von Ministerpräsident Söder in der Coronakrise“, so der stv. JU-Bezirksvorsitzende Thomas Siepak aus Grettstadt profitierte habe.

Die Krise mahne aber auch dazu, die notwendigen Maßnahmen der Regierung gegen erste Aufweichungsversuche in der Diskussion zu verteidigen und Antworten für das Danach zu entwickeln – von Wirtschaft bis gerechter Entlohnung systemrelevanter Kräfte, „denn vom Applaus können sich Pfleger und Co nichts kaufen“, so der stv. JU-Bezirksvorsitzende Michael Kohl aus Aschaffenburg. „Das Gesundheits- und Rettungswesen läuft am Anschlag, aber wie es aussieht greifen die Maßnahmen der Staatsregierung langsam. Früher hätte das Verständnis in der Bevölkerung gefehlt, spätere Beschränkungen hätten verheerende Folgen gehabt angesichts von aktuell rund 15.000 Infizierten in Bayern und weiterhin einer Verdopplung alle fünf Tage“, so Nagl.

Da auch die Möglichkeit politischer Veranstaltungen nach Ostern noch in den Sternen steht, rüstet die JU Unterfranken digital auf. „Unser Ziel ist es bis Mitte April Videokonferenzen mit Teilnehmern an verschiedenen Orten live streamen zu können, um insbesondere der Jugend online Alternativen zur x-ten Corona-spezial Ausgabe von hartaberfair bieten zu können“, kündigte die stv. JU-Bezirksvorsitzende Christina Henke aus Aschaffenburg an und Nagl ergänzte mit kritischem Seitenhieb auf die Selbstentmachtung des ungarischen Parlaments, „denn frei nach Joachim Herrmann macht die Demokratie zumindest bei uns in der Krise keine Pause.“

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