Wein vor Wild?

Randersacker (ju) Pragmatisch-nachhaltig – unter diesem Motto tagte der Arbeitskreis für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten, der Jungen Union Unterfranken Ende November in Randersacker. Nach morgendlicher Diskussionsrunde mit CSU-Umweltpolitikerin Barbara Becker ging es zum Ortstermin in den Weinberg. Hier gaben die jungen Winzer Thomas Schenk, Lothar Schmitt und Martin Göbel dem Arbeitskreis sowie CSU-Landratskandidat Thomas Eberth, Markträtin Johanna Schmitt und die JU-Kreisvorsitzenden Julian Heim (WÜ) und Sabrina Stemplowski (KT) einen Einblick in die Problematik der zunehmenden Wildschäden im Weinbau.

In einem Weinberg habe er Schäden von 15.000 € so Schenk – trotz Einzäunungen mit Wildzäunen. Wildschweine zerstören die Zäune und ebnen so auch Rehen den Weg, die gerade im Frühjahr die jungen Triebe abfressen und den Weinstock nachhaltig schädigen. „Diese Weinstöcke sind 5 Jahre alt und trugen noch nie eine Frucht“ so auch Lothar Schmitt. „Es geht nicht darum, dass hier und da ein Stock angefressen wird. Es geht um ganze Weinberge in denen die Arbeit von Jahren stecken.“ verdeutlichte Martin Göbel die die Problematik.

Ausschussmitglied Michael Holl resümierte, dass die Winzer hier sehr viel für eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Kulturlandschaft tun. Gerade die Insektenvielfalt und die schonende Bearbeitung scheinen den Tieren jedoch besondere Leckerbissen zu bereiten.

Daniel Nagl, Bezirksvorsitzender der Jungen Union, merkte an, dass Schäfer für die Pflege der Kulturlandschaft beim Herdenschutz gefördert würden. Eine ähnliche Unterstützung für Winzer wäre zu diskutieren. Thomas Eberth dankte den Jungwinzern für den Einblick in das Problem. Die Verfahren für Wildschadensersatz sind mit einer gewissen Bürokratie verbunden, sorgten aber auch für einen möglichst gerechten Ausgleich und seien Ansporn für die Jäger. Auch mit der Strategie, auf Kommunikation zwischen Jagd und Winzern zu setzten, gehe man den richtigen Weg. 

Bereits am Vormittag wurden eine ganze Bandbreite an Themen diskutiert. Besonders das Thema der Gewässerschutzstreifen, bewegt AK-Leiter Andreas Türk (NES). Oftmals, so der studierte Landwirt, passe hier die Realität mit der Planung des Wasserwirtschaftsamtes nicht zusammen. „Auf der Karte werden Gewässer eingezeichnet, wo in der Realität nicht mal ein Graben vorhanden ist.“ Diese Nachlässigkeiten sorgen für erheblichen Unmut, gerade bei den Landwirten, die bereitwillig die Abstandsflächen einhielten. Ein besonderes Anliegen bei der Erarbeitung des JU-Leitantrags ist auch der Ausbau regionaler Strukturen für Lebensmittelerzeugung, aber auch von Holzprodukten. „Produkte für die Urwälder gerodet wurden, sollen nicht mit denen aus anständiger Landwirtschaft konkurrieren!“ so der Tenor.

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