Stimmen zur Parteireform: weiblicher, jünger, dynamischer werden

Kitzingen (dn) Die Parteireform der CSU, über die am Wochenende auf dem Parteitag in München abgestimmt wird, wurde in den vergangenen Wochen auch medial diskutiert. Insbesondere wie sich die beiden großen Arbeitsgemeinschaften der Christsozialen, die Frauen-Union und die Junge Union positionieren wurde genau beobachtet, da zuletzt 2010 die Positionen zur Frauenförderung via Quote offen aufeinanderprallten und mit einem Kompromiss endeten. Die Bezirksvorstände der CSU wurden mit einer 40-prozentigen Frauenquote versehen, die Jugend ebenfalls intensiver eingebunden. Seither hat sich der Frauenanteil in der CSU kaum verändert. „Unter den CSU-Mitgliedern sind nur 20 Prozent weiblich, da ist noch Luft nach oben“, ist sich die stv. JU-Bezirksvorsitzende Christina Henke aus Aschaffenburg sicher. Henke ist eine von rund 6250 Frauen unter 35 in der Jungen Union, der Nachwuchsorganisation der CSU. Zusammen mit Sabrina Stemplowski, JU-Kreisvorsitzende in Kitzingen und Geschäftsführerin der Frauenunion Unterfranken, Rena Schimmer, JU-Spitzenkandidatin in Würzburg und Stefanie Hümpfner, stellvertretende JU-Landesvorsitzende hat sich Henke intensiv darüber ausgetauscht, wie junge CSU-Frauen in Unterfranken das Thema „Frauenförderung“ anpacken würden.

„Mit Krawall alle FU-Vorschläge zu verwerfen war für uns keine Lösung“, so Stemplowski. Unterstützung erhielten die jungen CSU-Frauen dabei sowohl durch den Bezirksvorsitzenden der JU Daniel Nagl (KT) sowie die stv. FU-Landesvorsitzende Dr. Anja Weisgerber (SW). Bei einem Weinbergsgespräch im September verständigte sich die JU mit der FU-Bezirksvorsitzenden unter anderem darauf, bei der Ansprache und Förderung von Nachwuchs künftig enger zusammen zu arbeiten. „Durch die Quotendiskussion gab es im Vorfeld viel Gesprächsbedarf und harte Verhandlungen. Wir können als JU stolz über das Verhandlungsergebnis sein, das am Wochenende hoffentlich so angenommen wird,“ so Hümpfner. „Klar gab und gibt es ein zwei Punkte, die wir nur mit Bauchschmerzen hinnehmen, etwa die 40%-Quote für CSU-Kreisvorstände, weil wir Politik als Wettbewerb zwischen Köpfen und Ideen verstehen. Seitens der JU Unterfranken gibt es jedoch keinen Appell so oder so abzustimmen“, erklärt Nagl, dessen engerer CSU-Bezirksvorstand paritätisch besetzt ist.

Wichtiger ist der Parteijugend, dass vom CSU-Parteitag ein klares Reformzeichen ausgeht, dass die Partei dynamischer und dabei weiblicher und jünger werde. Von digitalen Mitgliedschaften über Basisumfragen setzt die Partei auf breitere, niedrigschwelligere Teilhabe, sollte, nach Meinung der JU aber auch an ihrer Wahrnehmung arbeiten. „Die unterfränkische CSU mit ihren vielen dynamischen weiblichen Mandatsträgern gibt ein anderes Bild ab als die Parteiführung. Vom Vorsitzenden, über Generalsekretäre, Fraktionsvorsitzende in Land- und Bundestag, 12 von 17 CSU-Kabinettsmitgliedern in München und Berlin bis zu den 9 von 10 Bezirksvorsitzenden ist ein Großteil der medial relevanten CSU männlich“, analysiert Stemplowski.

Die JU appelliert daher an die Delegierten, die Forderung der Reformkommission mitzutragen, nach der ab 2021 auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene ein Stellvertreter aus der Generation U35 kommen muss. „Und wenn da alle 2 oder 4 Jahre ein neues Gesicht sitzt, ist das auch gut, weil dann deutlich wird, wie viele kompetente, total unterschiedliche aber allesamt engagierte junge Menschen sich in der CSU einbringen“, so der stv. JU-Bezirksvorsitzende Michael Kohl aus Aschaffenburg. Nagl dankte daher Dr. Weisgerber, die als langjährige stv. JU-Bezirksvorsitzende die Forderung aufgeworfen und zusammen mit ihrer Bundestagskollegin Emmi Zeulner an der Seite der JU unterstützt hatte.

Neben den großen Entscheidungen zur Parteireform stimmt der CSU-Parteitag außerdem über 7 Anträge der Jungen Union Unterfranken ab; vom Erhalt nachhaltig geforsteter Biomasse in der Erneuerbare-Energie-Strategie der EU, über die Erhöhung der Freihandvergabe-Schwellen bei öffentlichen Ausschreibungen bis zur Einführung einer EU-Eingreiftruppe reicht dabei das inhaltliche Spektrum, mit dem sich die unterfränkischen Nachwuchspolitiker befassten und bereits die JU-Landesversammlung überzeugen konnten.

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