JU Ufr. weiter stark im Landesvorstand

Stefanie Hümpfner (stv. LV) mit JU Bayern Chef Christian Doleschal, MdEP (m.) und Landesschatzmeister Dr. Ulrich Seubert (r.)

Neumarkt/Kitzingen (dn) Knapp 22.000 Mitglieder hat die Junge Union, die Parteijugend der CSU. Delegierte aus dem ganzen Freistaat trafen sich Ende August in Freystadt im Kreis Neumarkt, um einen neuen Vorstand zu wählen und über ihren künftigen Kurs zu beraten. Europaabgeordneter Christian Doleschal (31) aus dem Kreis Tirschenreuth wurde mit 98 Prozent zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Noch besser, mit 99 Prozent, wurde Dr. Ulrich Seubert (34, Lkr. WÜ) zum Landesschatzmeister gewählt. Stefanie Hümpfner (Lkr. HAS) erhielt mit 91 Prozent das zweitbeste Ergebnis als stellvertretende Landesvorsitzende. Damit stellt die Junge Union Unterfranken weiterhin 25 Prozent des JU-Landesvorstands. Auf einer Linie mit dem am Freitag sprechenden Ministerpräsidenten Markus Söder setzt sich die JU Bayern für eine „enkelgerechte Politik“ (Doleschal) vor allem in den Bereichen Finanzen und Nachhaltigkeit ein.  Am Samstag verabschiedeten die Delegierten den Leitantrag  „Zukunft gestalten – Schöpfung erhalten“.

Die JU Unterfranken, bracht durch ihren Bezirksvorsitzenden Daniel Nagl (Lkr. KT) in den Leitantrag die Forderung nach einer „Intensivierung der Forschung zur digitalen Bündelung dezentraler Speicher zu virtuellen Speichern“ ein. Ziel ist es, dezentrale Energieerzeugung konstanter zu machen und die Netze zu stabilisieren. Unter Verweis auf den hohen Anteil an Windenergieerzeugung in Franken im Vergleich zum altbayerischen Raum, das Pumpspeicherkraftwerk Langenprozelten und Potentiale im alpinen Raum forderte die JU Unterfranken außerdem, dort Vetohaltungen zu überdenken, wo „Pumpspeicherkraftwerke in die gewachsene Kultur- und Naturlandschaft integriert werden können […] Der Klimawandel erfordert Beiträge aller Regionen nach ihren Stärken.“ Mit Blick auf Trassendiskussionen u.a. bei der Wechselstromtrasse P43 und den Verbrauch von geschützten oder landwirtschaftlich genutzten Flächen konnte außerdem erreicht werden, dass die JU Bayern die Forderung vertritt, dass dort, wo die Notwendigkeit einer neuen Stromtrasse bewiesen ist, „an neuralgischen Punkten“ Erdverkabelung der Vorzug“ gegeben wird.  Insgesamt zeigten sich die Nachwuchspolitiker aus Unterfranken inhaltlich stark. Neben den Beiträgen zum Leitantrag, die bei einer Winterklausur vertieft werden, steuerte die JU Unterfranken ein Sechstel der Anträge bei.

Mit insgesamt 27 Anträgen setzen Nagl und die JU-Kreisvorsitzende Sabrina Stemplowski ein Ausrufezeichen. Nach zum Teil lebhaften Debatten bekannte sich die JU Bayern unter anderem dazu, sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, dass der Europakommissionspräsident nur aus dem Europaparlament vorgeschlagen und gewählt werden soll, dass im Sinne des mittelständischen Handwerks die Freihandvergabeschwellen erhöht werden sollen, dass Erasmus+ auf Auslandsaufenthalte einzelner Schüler aller Schularten ausgeweitet werden soll, dass nachhaltig geforstete Biomasse weiter in der Erneuerbare Energiestrategie der EU belassen werden soll und dass eine Europäische Eingreiftruppe nicht jenseits der EU-Strukturen, sondern als eigenständiger, übernationaler Verband unter Kontrolle des Europaparlaments entstehen soll. Auf bayerischer Ebene soll unter anderem die Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika intensiviert und ein bayerisch-tschechisches Jugendwerk auf den Weg gebracht werden.

„Wir konnten nicht alles durchsetzen. Das ist eben Demokratie. Aber wir sind hochzufrieden, im Bereich Nachhaltigkeit und Europa wichtige Impulse aus Unterfranken eingebracht zu haben“, zog JU-Bezirksvorsitzender Daniel Nagl Bilanz und fügte motiviert an, „und mit Christian Doleschal haben wir jetzt einen unabhängigen Vorsitzenden, der direkt im Europaparlament einiges anstoßen kann. Mit Blick auf den Jugendaustausch werden wir z.B. mit Dole, Gerhard Hopp, MdL und Freunden des tschechischen Jugendverbandes TOP Tym im Herbst erste Schritte gehen.“

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